Pressestimmen

"Falter" Nr. 48/09 vom 25.11.2009 Seite: 59

„Was wäre das Leben ohne Selbstironie?“

Der Falter hat eine Vorstellung des grünen Quereinsteigers und Musikkabarettisten Jörg-Martin Willnauer besucht

Kritik: Tiz Schaffer

Volksnähe hat Jörg-Martin Willnauer schon einmal. Die braucht man, um im Straßganger Kulturzentrum einen Abend mit schwarzhumorigen Chansons zu bestreiten. Und erst recht, wenn man die steirischen Grünen in die Landtagswahlen 2010 führen soll. Nächste Woche wollen die Grünen darüber endgültig abstimmen. Geschätzte siebzig Besucher, kaum jemand unter fünfunddreißig, lassen in dem kleinen Saal mit Ost-Charme gerade noch Platz für ein kleines Podest in der Ecke. Dort wartet an diesem Sonntagabend ein E-Piano auf den aus Baden-Württemberg stammenden Musikkabarettisten, der 1981 nach Graz gekommen ist. Eine Nähe zu Konstantin Wecker oder auch Gerhard Bronner kann man ihm zu Recht nachsagen.

Der Bühnenhintergrund: ein ungebügeltes weißes Laken. Ob hier im Sinne der Brecht’schen Desillusionierung gearbeitet wurde? Am Lichtschalter für das Raumlicht wartet schon jemand, um es pünktlich kurz nach sieben Uhr abzudrehen, eine Spotleiste taucht die Bühne nun ungeschminkt in grelles Licht. Ja, Desillusionierung. Willnauer läuft unter Applaus ein, legt gleich munter los. Die Chansons von Georg Kreisler, seinem großen Vorbild, stehen heute auf dem Programm. Die kann er, steht er doch mit „Willnauer spielt Kreisler“ schon seit einigen Jahren auf der Bühne.

Der große jüdische Liedermacher und Kabarettist Georg Kreisler wurde 1922 in Wien geboren, musste 1938 emigrieren. Nach einer „Odyssee“, wie Willnauer meint, die Kreisler auch nach Hollywood führte, lebt er heute in Salzburg. Auf der Bühne steht er schon länger nicht mehr. Sein wohl bekanntestes Lied „Taubenvergiften im Park“ wird man an diesem Abend hören. Dass es lange Zeit vom ORF mit einem Sendeverbot belegt war, kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, erzählt Willnauer dem Publikum. So wie man es sich schwer vorstellen kann, dass jemand wie Willnauer, der bisher Politiker gerne mit Häme bedachte, nun selber einer wird. Das Zeug dazu hat er: eine kräftige, sonore Stimme – Willnauer braucht kein Mikrofon –, Worte weiß er deutlich zu artikulieren, sein Wesen ist einnehmend. Eines der ersten Lieder ist „Der Ticker“: „Aber was für ein Ticker ist der Politiker, woher kommt er, wofür nimmt er so viel Geld?“ Ohne auf seine Kandidatur näher einzugehen, sagt er danach: „Was wäre das Leben ohne Selbstironie?“ Die Lacher hat er auf seiner Seite.

Die Chansons von Kreisler sind von literarischer Qualität, teilweise grotesk, oft nicht einmal hintergründig böse, manchmal auch wehmütig. Willnauer weiß sie stimmig umzusetzen, das Spiel am Klavier hat er studiert. Während der Lieder nimmt er immer wieder verschmitzt Kontakt zu seinem Publikum auf, mit wortgewandten, pointierten Schnurren – die kaum einstudiert wirken – leitet er geschickt über. Die Lieder erzählen meist kleine Geschichten, die nicht nur die Befindlichkeiten der österreichischen Seele zeitlos verdichten. „Politisch, prophetisch, poetisch“, so beschreibt Willnauer sie. Meist hat er sie auch so belassen, wie sie im Original vorzufinden sind, mitunter verändert er sie textlich. Und es gibt kleine Schlenkerer in Richtung Tagespolitik. Auch aus einem seiner Kabarettprogramme, „Carmina Banana“ – die Lieder sind schlauer, als die Titelgebung vermuten lässt –, ist ein Stück zu hören. Der Text des wunderbaren und tief melancholischen Liedes „Für wen ich singe“ stammt vom deutschen Kabarettisten Hans Dieter Hüsch: „Ich sing für die Verrückten / Die seitlich Umgeknickten / Die eines Tages nach vorne fallen / Und unbemerkt von allen / An ihrem Tisch in Küchen sitzen / Und keiner Weltanschauung nützen.“ Hoffentlich vergisst sie Willnauer als Politiker nicht. Alfred Gusenbauers Leiden wird ihn zumindest nicht ereilen: Erst kurz vor Ende der Vorstellung bilden sich die ersten Schweißperlen auf seiner Glatze.

Steirermonat Jänner 2009



Trottoir - Heft 60

Premiere INTERMOTZO von & mit Jörg-Martin Willnauer

Er hat in Graz & Heidelberg Klavier & Komposition studiert, zahlreiche Preise eingeheimst
(u.a. Sigi Zimmerschieds Scharfrichterbeil) und war Gastprofessor an der Schauspielabteilung
der Grazer Musikhochschule. "Nebenbei" war er Gründer des Österreichischen Kabarettarchivs uns ist
amtierender Präsident der Österreichischen Kabarettistenkammer.
Ab September tourt Willnauer mit seinem neuen Solo INTERMOTZO durch die Lande.

Trottoir: Martin, was erwartete uns in deinem neuen Programm?

Willnauer: INTERMOTZO ist erzmusikalisch und lösungsorientiert, quasi eine Lebenshilfe. Meine
Zuschauer werden alle Probleme ihres Lebens gelöst finden. Zumindest theoretisch.

Trottoir: Du bist in Südwestdeutschland geboren, in Heidelberg aufgewachsen und lebst seit geraumer Zeit
in Graz. Funktioniert dein Programm nur regional?

Willnauer: INTERMOTZO funktioniert im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus.
Auch mit meinen Programmen "Der kahle Sänger", "Streng Fui!" und "Darf ich Ihnen meine Software zeigen?"
war ich u.a. in Finnland, Schweden, Estland, Litauen, Slowenien fund Italien.

Trottoir: Mit der CD aus deinem Chansonprogramm CARMINA BANANA warst du in der Liederbestenliste
"Empfehlungen des Monats" und mit "Finnischer Wein" auch in den Top Ten. Strebst du zum Songcontest?

Willnauer: Dem Songcontest stehe ich eher defensiv gegenüber, auch Hitparaden mag ich nicht. Aber über die
Liederbestenliste habe ich mich wirklich gefreut.

Trottoir: Wo bist du demnächst live zu erleben?

Willnauer: Termine und meine Radiosendung finden sich auf www.willnauer.at.
Und wer nicht zum Live-Auftritt kommen kann, darf sich im stillen Kämmerlein die Solo-CD anhören.


KORSO - Oktober 2008

Jörg Martin Willnauer mit neuem Programm

Wenn ein Kabarettist seine Darbietungen mit den Worten beginnt: "Ich reg mich nicht mehr auf", darf man dem Gesetz des Genres entsprechend sicher sein, dass genau dann ein Feuerwerk an "Aufregern" folgen wird. Natürlich ist das auch bei Jörg-Martin Willnauers neuem Programm "Intermozzo" nicht anders. Und dennoch gibt`s gewaltige Unterschiede zur Kabarett-Regionalliga: Witz äußert sich bei JMW in der ursprünglichen Bedeutung von Esprit und nicht als Kalauer (obwohl auch die vorkommen), die Kritik an den Verhältnissen kommt manchmal mit erfrischender Bösartigkeit, aber nie platt daher, die Kritik an Menschen trifft nie unter der Gürtellinie. Nummern wie die "Drogenlieder", das "Interview mit dem Stellvertreter des Papstes im Himmel" oder das geniale "Meine Stadt" sind Kabarett at its best: Ansprechende Arrangements, Gesangseinlagen von höchster stimmlicher Qualität und Virtuosität am Klavier - unterhaltsame Aufklärung auf höchstem künstlerischem Niveau.

Christian Stenner

 


Kleine Zeitung - Kultur - 4.September 2008

 

Kleine Zeitung - Kultur - 4.September 2008

 

 

Rhein-Neckar-Zeitung 22.04.2008

Großmeister des Kabaretts in Bestform

Jörg-Martin Willnauer zog trotz Fußballpokal - Kabarett vom Feinsten und hintersinnig dazu

Adelsheim. Wer geglaubt hatte, das Fußball-Pokalendspiel werde den Besuch des Kabarettabends mit Jörg-Martin Willnauer in Adelsheim beeinträchtigen, wurde am Samstagabend in der Kleinen Aula eines anderen belehrt. Willnauer zieht nun einmal und war zudem dem Großteil des Publikums von seinem ersten Auftritt 2006 her hierzulande noch in bester Erinnerung. So war die Spannung auf sein neues Programm sehr groß. Die rund 130 Besucher kamen voll auf ihre Kosten, denn der Großmeister des Kabaretts zeigte sich an diesem Abend in Bestform.
Sein Programm " Streng Fui" hatte es in sich: Es ist hochmusikalisch und hochaktuell. Gnadenlos nahm Willnauer Schwächen der Gesellschaft virtuos am Klavier und mit geschliffenen Texten aufs Korn. Und gab eine schräg tönende "europäische Antwort auf die gelbe Gefahr". Mit pechschwarzem Humor fühlte er der "strukturierten Gemütlichkeit" auf den Zahn.
Ausgezeichnet führte er seine feine Klinge, mit hintersinnigen, ja makabren Geschichten, bösen . Liedern - und das mit unschuldiger Miene. Er begeisterte das Publikum derart, dass es seine Aktionen mit ständigem Beifall begleitete.
In der Abfolge seiner zahlreichen Nummern demonstrierte Willnauer seine unterschiedlichen Talente: als großartiger Pianist und Sänger, als skurriler Literat, ja sogar als Fußballer, wie er in einer seiner Zugaben unter Beweis stellte.
Dass er sich in Österreich als Deutscher sehr wohlfühlte, zeigte er auf die ihm eigene Weise - eben als Kabarettist, der nach seiner Meinung ein literarischer Mehrkampfer ist. Als Komponist lebte er seine künstlerische Ader in den IdentitySongs für Firmen und Ämter aus, so im Song für das Bundeskriminalamt "Unter deinem Kissen liegt ein Mikrofon" und mit dem Brüsseler Gleichstellungs-Song "Love me gender". Auf den Klimawandel reagierte er, frei nach Udo Jürgens, mit "Finnischer Wein".
Am Anfang der Show wollte Willnauer
 

nach den Regeln des "Streng Fui" erst einmal Ordnung in den Raum bringen, womit er auf seine Weise vor dem Überwachungsstaat warnte. Denn "Kultur braucht Struktur" - und wenn der Flügel schon nicht geostet sei, könne er das Chaos nur mit einem Zimmerbrunnen ("Made in China") mit italienischem Design retten. Dieses knallbunte Leuchtstandbild von Maria und Josef füge sich, wie er meine, mit einem " Hauch von Katholizismus" gut ins nüchterne "protestantische Bühnenbild" der Aula ein.
Der Religion verschrieb er sich auch mit seinem "Katalog der Heiligtümer", in dem er beliebte und verhasste Heilige verzeichnet, so St.-Iftung und St.-Amperl einerseits, St.-Urschädel und St.-0iber andererseits.
Die Sterngläubigen bekamen ihr- Fett ebenso ab wie Bio-Fans und Vegetarier. Und was wäre ein Willnauer-Abend im Bauland ohne einen Song auf Sindolsheim, "das Dorf im Windschatten des Odenwalds", wo die Frau Eichmann wohnte, wo er als Kind Kartoffelkäfer sammelte, und wo es nachts s000 still ist.
Auch eine Hommage an Georg Kreisler, seinen kabarettistischen Ziehvater;. durfte nicht fehlen. Ihn ließ er aufleben mit dem Gassenhauer "Taubenvergiften im Park". Mit dem Thema Sterbehilfe setzte er sich in der rabenschwarzen Satire von der "Seniorenklappe" auseinander. Den darstellerisch-sängerischen Höhepunkt erreichte er zweifellos mit dem inbrünstig gesungenen "Ave Josef".
Langanhaltender Applaus war der Dank des Publikums an den Kabarettkünstler für diese Meisterleistung.

 

 

 

25. Jänner 2008

Verein deutschsprachige Musik e.V.

Die Liederbestenliste (www.liederbestenliste.de)
Präsentiert mit Unterstützung von Folker!, dem Magazin für Folk, Lied und Weltmusik (www.folker.de)

Die persönliche Empfehlung - 2008

CD

Jörg-Martin Willnauer - Carmina Banana - Krumme Lieder
Extraplatte (www.extraplatte.com)
Empfohlen von Rainer Hannes, Baden-Baden

"Carmina Banana - krumme Lieder": Auf diesen Titel muss man erst mal kommen und dann halten, dass wirklich drin ist, was draufsteht. Jörg-Martin Willnauer tut das. Bei einigen Titeln seines Albums handelt es sich genauer um gekrümmte Lieder, denn sie haben gerade Vorbilder: der "Finnische Wein" zum Beispiel den griechischen, mit dem Udo Jürgens Stimmung machte. Willnauers Version ist ein süffiges, wenn man öfter hinhört, bitterbitter luzides Stück über den Klimawandel und wie wir damit umgehen.
"Finnischer Wein ist der letzte Schrei der Erde./ Komm schenk Dir ein! Wenn ich nicht mal traurig werde/ liegt es daran/ dass man auch die größte Merde positiv seh'n kann."
Ich zitiere das an einem fast lauwarmen Endjanuar-Tag (12° Celsius) in der südlichen Rheinebene. Hier werden bereits wissenschaftliche Untersuchungen in Auftrag gegeben, ob die heimischen Winzer in Zukunft nicht auf Weinsorten umsteigen sollten, die im Mittelmeerraum gut gedeihen. Tja, wie viel Spott und Satire braucht die Erd- und Deutschlanderwärmung? Und wann wird es ihn geben, den finnischen Wein?

Aber ein Lied allein macht noch kein gutes Album. Willnauer zeigt sich auch in anderen Stücken als Meister der Parodie ("Die Mama wird's scho ess'n" nach "Der Papa wird's scho richten" oder "Ausgerechnet Banales"/"Ausgerechnet Bananen"). Parodien scheinen einfach: Man muss ja nur ein bisschen umdichten und schon wird's lustig. Von wegen. So funktioniert es gerade nicht. Willnauer hat nie nur eine einzige Idee für seine umgeschriebenen Lieder, sondern ein Ideen-Paket pro Lied. Immer wieder überraschen seine Texte, kriegen verblüffende Wendungen ins Hintersinnige oder ins höhere Unsinnige. Es sind gescheit geklaute Lieder.

Was auch für die nicht geklauten gilt. Sein "Fundi-Song" ersetzt bestens jeden Tageskommentar zu den Flüchtlingen, die von Afrika übers Mittelmeer nach Europa kommen (oder nicht kommen, weil sie ertrinken). Den "Bonustrack für Pfälzische" gegen das Forever-Young-Gebrabbel möchte man sich auch noch zum 100. Geburtstag anhören. Und Balladen wie "Sindolzheim", ein badisches Dorf, in dem Willnauer aufwuchs, weisen als etwas melancholische Jugenderinnerung auch noch ins Krumme. Kurz: "Carmina Banana" empfiehlt sich als exquisites Album aus der Sparte Kabarettchanson.
Näheres zu dem im Badischen aufgewachsenen, in Graz lebenden "industriellen Unterhaltungskünstler" unter www.willnauer.at

Megaphon Nr.149

 

NÖN Schwechat-Fischamend , St.Pölten, 23.01.2008

SATIRE / Der zweite Satire-Abend des Satirefestivals am Samstag im Theater Forum
war mit Jörg-Martin Willnauer ein voller Erfolg.

" Finnischer Wein" und anderes

  SCHWECHAT / Jörg-Martin Willnauers "Streng Fui" ist als Spiegel der Peinlichkeiten und des guten Willens zu verzeihen, ein großartiges Programm, das an Musikalität und literarischem Talent nichts zu wünschen übrig lässt.Der sympathische Künstler präsentierte sein abwechslungsreiches Programm mit jeder Menge Schmäh, aber auch mit Respekt gegenüber dem Publikum. Seine Bonmots wurden nicht als verletzend empfunden, sondern bargen, trotz einer gehörigen Portion bissiger Hinterhältigkeiten, eine gewisse Akzeptanz und Versöhnlichkeit in sich. Dass Kabarettisten "klauen", hat sich längst herumgesprochen und bestätigte sich auch bei Willnauer an diesem Abend. Altbekannte Melodien eigneten sich hervorragend als Transportmittel der Texte, bei denen der Künstler ein bisschen nachgeholfen hat. Aber nicht immer."Winter ade" war in diesem Falle ein genialer Volltreffer. Und das beim "Finnischen Wein" Udo Jürgens unverkennbar Pate gestanden hat, war ebenfalls klar.Als Willnauer dann die Liste seiner "Heiligen"- präsentierte, wurden selbst die müdesten Geister wach und suchten in ihrem eigenen Umkreis nach diversen Exemplaren. Eine runde Sache - seine kabarettistische Fotogalerie über gut
gemeinte "Schilderhilfen".
 

 

Kleine Zeitung - Kultur -11. Jänner 2008

 

Kleine Zeitung - Kultur -01. Jänner 2008

 

 

Brief der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich

 

 

Haubentaucher

http://haubentauchers.blogspot.com

CD des Monats November / Kabarett
Jörg-Martin Willnauer: "Carmina banana - Krumme Lieder", im Vertrieb der Extraplatte

 

Am 9. 11. präsentiert der selbst ernannte Präsident der Österreichischen Kabarettistenkammer, Jörg-Martin Willnauer, seine neue CD in Graz. Darauf enthalten sind Klassiker in neuem Gewand, wie der "griechische Wein" von Udo Jürgens, der bei Willnauer wegen des Klimawandels mittlerweile in Finnland gekeltert wird. Oder "Die Mama wird's scho ess'n!" eine schwesterlich bulimische Neuinterpretation von Bronner/Qualtinger. Auch die Eigenkompositionen wie der "Nervensäger-Blues" oder die Politiker-Hymne "Es ist herrlich" sind lustig anzuhören und pianistisch vom Feinsten. Weiteres Kaufargument: Die CD enthält sensationelle drei Bonus-Tracks.

 

 

Kleine Zeitung - Kultur -11. November 2007

 

 

CD-Präsentation - November 2007
Woche www.woche.at

 

Aktuelle CD - November 2007
KORSO KULTUR www.korso.at

 

 

 


Neues aus Fürstenfeld
Oktober 2007



 

WOCHE - BILDPOST, http://www.bildpost.at
Juni 2007

Der Kabarettist Jörg-Martin Willnauer zeigte sich im KulturHausKeller in Straden von seiner besten Seite. Er riss das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.

„Streng Fui“ ist keine neue Geistesströmung

Jörg-Martin Willnauer agierte im Stradener KulturHausKeller in Hochform. In seinem neuersten Programm „Streng Fui“ nahm er die kleinen und größeren Schwächen der Gesellschaft gnadenlos aufs Korn. Dass dabei die Lachmuskeln der Zuschauer bis aufs Äußerste strapaziert werden, ist ein angenehmer und durchaus erwünschter Effekt. In der Abfolge der Nummern zeigte der Kabarettist auch seine unterschiedlichen Talente. Er ist nicht nur ein hervorragender Pianist und skurriler Literat, sondern auch ein hervorragender Fotograf und letztlich ein guter Fußballer, wie er in der Zugabe unter Beweis stellte.



 




Dieser Text ist jüngst erschienen in der Salzburger Internet-Kulturtageszeitung http://www.drehpunktkultur.at

KLEINES THEATER / JÖRG-MARTIN WILLNAUER

Kultur braucht Struktur

"Wann wird es wieder richtig peinlich - so peinlich, wie es früher einmal war?" Bei den Kabaretttage im Kleinen Theater stellte Jörg-Martin Willnauer am Mittwoch (15.3.) fest, dass die "personifizierten Peinlichkeiten" mal wieder durch Abwesenheit glänzten.

Von Christine Spies

15/03/07 Es waren erstaunlich wenig Leute da. "Mit einem Blick in das Auditorium sehe ich – das Publikum ist strategisch gut verteilt." Nach seinen Regeln des Streng fui musste Willnauer erst Ordnung in den Raum bringen. "Kultur braucht Struktur" - und wenn sein Klavier schon nicht geostet ist, dann kann er das Chaos nur noch mit einem Zimmerbrunnen retten. Dieses quietschbunte Leuchtstandbild von Maria und Josef an einem Wasserfall fügte sich mit einem "Hauch von Katholizismus" gut ins "protestantische Bühnenbild" des Kleinen Theaters. Doch bevor das Lichtspiel seinen Dienst antreten konnte, musste Willnauer erst eine Steckdose finden. "Sehen sie dies als retardierendes Moment in meinem Programm". Der Religion verschrieb er sich auch, als er einst seinen "Katalog für Heiligtümer" verfasste. Darin verzeichnet Willnauer beliebte und verhasste Heilige, wie die St. Erbehilfe oder den St. Oiber.

Willnauer lebt seine künstlerische Ader auch beim Komponieren von Identity Songs für Firmen aus. So singen die Beamten des Gleichstellungsamtes in Brüssel morgendlich "Love me gender" und die Weight Watchers stimmen zu einem "Wir werden nie mehr auseinander gehen" an. Dass Kabarettisten nur Melodien klauen, gestand er freimütig. Frei nach Udo Jürgens reagiert Willnauer auf den Klimawandel mit seinem Song "Finnischer Wein". Fulminant kombinierte er den Rhythmus von "We will rock you" zur Melodie von "Auf einem Baum ein Kuckuck saß". Sein Abschlusslied widmete er einem gehörnten Mann, der seit 2000 Jahren nur eine Statistenrolle einnimmt. Mit einem ergreifenden "Ave Josef" beendete er den Abend und konnte dem männlichen Publikum noch eine inbrünstige Stimmunterstützung entlocken.

 


 

STRENG FUI ist ein durch und durch musikalisches Programm.
Das ist dem Rezensenten leider entgangen.
Wahrscheinlich war das Klavier auf der Bühne zu klein.



"Willnauer spielt Kreisler"

Live dabeigewesen auf
kleinundkunst.at

 

 

Falter 48/05

 

 

 

 

Willnauer spielt Kreisler - ein Live-Bericht

"Was für ein Ticker ist der Politiker?", ein Prototyp Kreislerschen Humors und beißender Gesellschaftskritik: Mit diesem Chanson eröffnete am 5. Februar im Porgy&Bess - nach einer kurzen Einbegleitung seines Produktionsleiters Gerhard Kosel - Jörg-Martin Willnauer sein künstlerisch, pädagogisch und rundum wertvolles und fulminantes Programm mit gleichnamiger CD (Vertrieb: Hoanzl) "Willnauer spielt Kreisler".
Wer sich an Kreisler wagt, sollte sich auf Augenhöhe mit des Meisters pianistischem und performerischen Können wissen: Beim Willnauer geht sich das aus, und damit steht einem intensiven emotional-intellektuellen Genuss nichts mehr im Wege, denn die Kreisler-Songs sind zeitlos kritisch und schön, gleichzeitig so kunstvoll gestaltet, dass man sich daran nicht abhört, vielmehr bei jeder neuen Bekanntschaft bisher ungekannte Facetten entdeckt.
Besonders beeindruckend gelingen "Der General", "Zu Hause ist der Tod" und das berühmte "Tauben vergiften", in denen Willnauer sehr am Original bleibt und dabei eine enorme schwelgerische Intensität erreicht, die die Freude am so spezifisch schwarzen Humor des Georg Kreisler spontan in jedem Zuhörer entzündet.
So wird Willnauer nicht nur Kreisler-Fans bedienen, sondern dem leider nicht mehr musikalisch auftretenden Altmeister neues Publikum erschließen.
Willnauers Einschätzung, dass deutschsprachiges Songschaffen heute zu oft die Essenz der alten Könner verdünnt als verdichtet, kann angesichts dieses wort- und werthaltigen Liederprogrammes nur vollinhaltlich zugestimmt werden.

Günther Wildner
Wildner Music News Februar 2006

 



"Lechts und Rinks"